Gelassenheit mit mir und anderen entwickeln. Fünf Schlüssel zum gelassenen Leben

Kennst du die Situation, wenn ein schnippisches Kommentar von einer Freundin über deine Kleiderwahl fällt, wenn dir jemand an der Ampel die Vorfahrt nimmt? Oder es schnappt sich jemand vor einer schwangeren Frau oder einem Renter*in den Sitzplatz in der Bahn weg oder du versprichst dich bei deiner Präsentation zum fünften Mal? Dies sind alles Situationen, in welchen unsere Gelassenheit enorm herausgefordert wird. Mit uns selbst und anderen.

 

Im Artikel und in der Podcast Episode unten lernst du die Auslöser, die uns aus der Gelassenheit bringen und was Gelassenheit überhaupt ist.

Ich erkläre dir die fünf Schlüssel, die uns wirklich zurückbringen, um mit uns selbst aber auch in unseren Beziehungen ein friedvolles Leben zu führen. Außerdem noch fünf konkrete Anleitungen für deine innere Gelassenheit. Gerade jetzt in der Adventszeit eine der wichtigsten Lebenswerkzeuge für deine Zufriedenheit und Resilienz, sowie mentale Stärke.

 

Nun ist die Reaktion auf die obige Situation entscheidend. Es gibt drei Versionen:

  • Deine Emotion kocht hoch, Panik, Wut und Verzweiflung zeigen sich und du lässt deinem Ärger lauthals Raum
  • Dein Blut fängt an zu kochen, du beißt dir auf die Zunge und schluckst den Ärger runter
  • Du atmest tief ein und aus, bleibst innerlich ruhig und argumentierst gewaltfrei oder gar nicht

 

Welche der drei Optionen wünschst du dir am meisten für dich?

Passiert es dir öfters, dass du dich über Sachen aufregst oder dir Sorgen machst?

 

Dann gibt es die Menschen, die gelassen reagieren. Die Notärztin, die eine verletze Person mit Ruhe versorgt oder ein Kind, welches sich zum 3. Mal auf dem Klavier verspielt und wieder von vorne anfängt.

Oder eine Lehrer*in, die gelassen konstruktiv Feedback auf unverträgliches Verhalten gibt (wie du das im täglichen Leben machst, findest du HIER in Folge Konstruktiv Feedback geben)

 

 

Was ist Gelassenheit?

 

Gelassenheit hat mehrere Bedeutungen. „Serenitas“ war schon bei den Römern ein wichtiger Begriff, der nicht nur Gelassenheit, sondern auch „heiter sein“ beschreibt, d.h. die Auswirkung der Gelassenheit. „Passaddhi“ ist  eine der 7 Schritte zur Erleuchtung im Buddhismus. Für Platon gehört Gelassenheit in eine der vier Grundtugenden  (Geo, Aug 2020) und auch in der Yoga Philosophie „Samadishatka“ ein Grundbaustein für ein zufriedenes, „erheitertes“ Leben.

 

Auch in den Big Five, ein Persönlichkeitsanalyse Konzept, in welchem wir Ausschläge in zwei Richtungen anschauen können, welches ich auch im Lifecoaching anwende, wird Gelassenheit in verschiedenen Formen erkannt. Es gibt den Aspekt der „Verträglichkeit vs. Unverträglichkeit“ mit anderen oder „Neurotizismus“, sozusagen die emotionale Labilität einer Person.

 

 

Ich beschreibe Gelassenheit gerne mit einem Zustand von innerer Ruhe, einem reflektierten Frieden, bei welchem ich trotzdem meine Freude und Persönlichkeit ausdrücken kann und danach moralisch handele.

Ich habe die Fähigkeit meine Reaktion zu wählen, anstatt wie ein Elefant im Glashaus um mich zu schlagen.

Dies macht letztendlich das Leben viel zufriedener und fördert bessere Beziehungen.

Ausgeglichenes Handeln und dabei innere Ruhe bewahren. Es ist eine Wahl.

 

 

Wie ist die Wirkung von Gelassenheit auf das Gehirn?

 

Sie stärkt den Thalamus, das Tor, wo wir alles, was wir aus dem Außen mit den Sinnen aufnehmen und verarbeiten. Das heißt, wenn ich gelassen und achtsam bin, nehme ich die Dinge bewusster wahr, das Tor filtert aber ungute Einflüsse raus. Das bedeutet nicht „gleichgültig“ zu sein, sondern zu bemerken, was mir gut tut und was lasse ich nicht an mich ran.

Außerdem kann die Gelassenheitsübung die Amygdala, unser Alarmsystem im Gehirn verkleinern. Wenn diese ungefiltert angesprochen wird, sind wir zunehmend in Angst- und Sorgenzuständen, die ein großer Stressauslöser sind und krank machen kann. Diese wieder zu verkleinern und managen ist sehr wichtig.

 

Die fünf Schlüssel der Gelassenheit.

 

  1. Gefühle steuern unser Leben und wie wir uns fühlen.

Das Gegenteil von innerem Frieden und Gelassenheit ist, Sorgen in die Zukunft zu projizieren („wenn ich meinen Partner*in verlasse, wird mein Leben unsicher und einsam“). Sich traurig oder unzufrieden zu fühlen oder bei jeder kleinen Kritik von außen  sich minderwertig zu fühlen, wie „ich bin nicht gut genug, so wie ich bin, muss besser aussehen“. Wichtig ist, die Selbstreflektion über eigenen Gefühle aufzubauen.

Wenn sich jemand in der Schlange vordrängelt, anstatt wütend zu reagieren, zu bemerken, welches Gefühl hochkocht und in diesem Raum dann bemerken, wie ich mich selbst managen kann. Dadurch kann Freiheit entstehen.

 

2. Aufmerksamkeit lenken und managen.

Menschen fällt es immer schwerer still zu sein und sich nicht ablenken zu lassen. Dies ist auf Gründe wie Streaming, Handies und Social Media mitunter zurückzuführen. Wir sind ständig „on“. Dies fördert Rastlosigkeit und Stress. Deswegen fällt den meisten still zu sein immer schwerer.  Diese Aufmerksamkeit (auch Achtsamkeit) und was wir an uns heranlassen bewusst zu lenken, zu üben und nicht bei jedem unguten Gefühl, z.B. von Angst, nicht direkt zur Ablenkung zu greifen, hilft Gelassenheit mit sich zu trainieren.

 

  1. Nach dem perfekten Leben streben

Wenn die Aufmerksamkeit trainiert wird und trotzdem immer noch das Gefühl von „ich muss alles unter Kontrolle haben“, ich muss perfekt aussehen und die beste Arbeit abliefern, sowie ständig glücklich sein, als innerer Antrieb herrscht, dann hemmt dies die Gelassenheit. Denn auch als ich von Außen gesehen alles hatte, wie den super bezahlten, angesehenen Job, eine Beziehung, sportlich, Freizeit, etc. war ich doch innerlich sehr unzufrieden. Annahme praktizieren:

 

„Du bist dein Leben lang ein unfertiges Kunstwerk. Die Magie besteht darin, es im heutigen Zustand anzunehmen, genießen und zu lieben und trotzdem stetig daran weiter zu malen.“

 

 

  1. Selbstwert erkennen

Gelassenheit bedingt, dass man mit sich selbst im reinen ist. Dazu gehört Schwächen anzunehmen und trotzdem dazu lernen, aber nicht krampfhaft, darin sehr gut zu werden. Weiterhin Stärken erkennen, negative Überzeugungen, wie „ich bin nicht genug“ aufzulösen.  Denn erst, „indem man sich mit sich selbst befasst, kann man sich mit anderen befassen“

 

  1. Grenzen setzen, auch mal nicht gelassen sein

Erkenne, wann es sich lohnt, nicht gelassen zu sein. Wenn wir bemerken, dass manche Menschen sich vordrängeln, respektlos mit jemandem sprechen oder Grenzen überschreiten, kann es schon mal sein, dass es sich lohnt zu bemerken, wie Ärger aufkommt und man dann auch seine Grenzen setzt und verteidigt. Ein NEIN oder ein trotzdem friedvolles argumentieren hilft hier enorm (wie du das machst lernst du im Kommunikationsseminar in Q1 hier) , um deine Grenzen aufzuzeigen.

 

 

Welchen dieser Schritte, darfst du noch angehen?

Wobei könnte dir Gelassenheit helfen?

 

 

 

Wie kannst du nun Gelassenheit üben?

 

Meditation und Achtsamkeitsübungen sind die effektivsten Übungen, um Gelassenheit zu entwickeln. Diese entsteht, weil wir uns ins innere kehren und die Aufmerksamkeit auch weg von Ablenkungen, auf das was „ist“ bringen.

 

Meditationen:

  1. Vogelperspektive:

Versetze dich in die Vogelperspektive und löse dich von Gedanken, die dich beeinflussen. So, als ob du dich vom Zuschauerrang beobachtest und wahrzunehmen was ist.  Im zweiten Schritt kannst du hinterfragen, ob dies rational oder irrational, wahr oder unwahr ist. Was wären deine Bedürfnisse und welcher Gedanke /innere Einstellung könnte dir helfen?

Wissen, dass du nicht alles kontrollieren kannst.

  1. Liebende Güte (findest du auf meinem Insight Timer App Profil unter Pia Baur)
  2. Atemfokussierung
  3. Meditation für Gelassenheit 11min:

 

 

Atemübung:

Der Atem verbindet Geist und Körper und ist eines der wichtigsten Werkzeuge, um Bewusstsein zu schärfen und Stress abzubauen.

Die Quadratatmung aus dem Yoga hilft dir u.a., den Fokus ganz bei dir zu lassen, dich zu konzentrieren, den Geist zu beruhigen, Ängste abzubauen und den Blutdruck zu senken.

Die Übung kannst du im Stehen oder Sitzen machen. Atme dreimal bis in den Bauch tief ein und aus. Schließe deine Augen.

Atme für 5 Schläge ein, halte für 5, atme für 5 aus, halte für 5.

Mehr Atemübungen HIER

 

Yoga:

Yoga lehrt uns Gelassenheit und Geduld. Jeden Tag aufs Neue bemerkt man, dass der Körper nicht jeden Tag gleich „funktioniert“, wie wir uns es wünschen. Gerade bei z.B. einer sehr verspannten Oberschenkelrückseite dürfen wir mit Muse immer wieder ein kleines bisschen tiefer gehen, Geduld haben und trotzdem die Gelassenheit und das Vertrauen haben, dass der Körper eines Tages auch loslässt. Die Asanas auf der Matte lehren uns dies jeden Tag. Übungen hier

 

 

Gelassenheit in sozialen Situationen bewahren ist eines der Schlüssel.

Serenus sagte zum Thema des gelassenen und glücklichen Mensch: „wechsle dich zwischen Alleinsein und Geselligkeit ab.“

Alleinsein: Spazieren, Lesen, Kreativ sein, Meditation, Dankbarkeit, etc.

Geselligkeit: Freunde, Kolleg*innen, Familie, Partner*in

 

 

Achtsamkeit:

Sie hilft in der Situation mit anderen, die dich aufregen zu Atmen und zu bemerken was ist, anstatt sofort zu reagieren. Eigene Grenzen und Werte, wie dein Bedürfnis nach Respekt oder Verlässlichkeit erkennen und dies so auch kommunizieren. . Mehr dazu hier oder wirklich aktiv lernen hier.

 

 

Letztendlich lässt sich nichts erzwingen, aber aus meiner eigenen Erfahrung, steht Gelassenheit für ein Gefühl von freiem Durchatmen im Brustkorb, ein inneres Lächeln im Herz und eine feste, warme Umarmung mit mir selbst.

 

Was macht Gelassenheit mit dir? Ich freue mich auf dein Feedback, höre die Episode an, teile sie liebend gerne, das ist ein großes Geschenk auch an mich und ich freue mich, dich persönlich bei einem Event zu sehen.

 

Mehr Beispiele und Erklärungen im Podcast, viel Spaß beim Anhören und Teilen

(der Podcast ist sehr relevant, jedoch Aufnahme von 5.12.20, falls dort noch Infos über Seminare enthalten sind, einfach die neuesten Infos unter Workshops checken).:

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Workshops

 

 

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Hier im Sunday Letter findest du außerdem Infos zum Mindfulness und Resilienz Online Seminar ab September: https://piabaur.de/news


 

Musiccredit: Jason Shaw Acoustic Meditation , freemusicarchive.org

Fotocredit: Katrin Winner

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