Positive Leadership – wenn Stärken plötzlich sichtbar werden

Neulich im Training mit einem Führungsteam:
Eine Bereichsleiterin sagte gleich zu Beginn, als es um das Thema Stärken und sichtbar machen ging, sie glaube nicht an „dieses Positive-Leadership-Zeug“. Zu weich, zu idealistisch, zu weit weg vom Alltag.

 

Ich ließ die Gruppe in einer Übung gegenseitig Rückmeldungen geben:
Wann hast du erlebt, dass jemand hier im Team und in deinem Team richtig aufblüht?

 

Erst kam Schweigen. Dann wurden Geschichten erzählt – kleine, ehrliche Momente, in denen jemand Verantwortung übernommen, eine Kollegin unterstützt oder eine kreative Idee eingebracht hatte.

 

Am Ende sagte genau diese skeptische Leiterin:

„Ich habe gar nicht gesehen, wie viel Energie hier eigentlich da ist. Wir reden immer über Defizite – und übersehen, was uns trägt.“

Ein Satz, der hängen blieb.

Denn genau das ist der Kern von Positive Leadership:
Es geht nicht um Schönreden, sondern darum, den Blick bewusst zu erweitern – von dem, was fehlt, hin zu dem, was funktioniert.

 

 

Was Positive Leadership wirklich bedeutet

 

Positive Leadership basiert auf der Positiven Psychologie und wurde vor allem durch Kim Cameron (University of Michigan) und Martin Seligman (University of Pennsylvania) geprägt.
Im Zentrum steht die Frage: Wie können Menschen und Organisationen aufblühen – nicht nur funktionieren?

 

Dabei geht es um mehr als um gute Laune oder positive Kommunikation. Positive Leadership umfasst mehrere Dimensionen:

  • Positive Emotionen kultivieren: Freude, Dankbarkeit oder Hoffnung aktiv ansprechen – weil sie Motivation und Offenheit fördern.
  • Engagement stärken: Menschen erleben Flow, wenn sie ihre Stärken einsetzen können.
  • Beziehungen gestalten: Vertrauen und psychologische Sicherheit sind die Grundlage produktiver Teams.
  • Sinn vermitteln: Wer weiß, wofür er etwas tut, bleibt auch in schwierigen Phasen engagiert.
  • Erfolge ermöglichen: Fortschritte sichtbar machen und feiern – als Gegenpol zu Dauerstress und Überforderung.

Diese fünf Elemente (bekannt als das PERMA-Modell) bilden die Basis für nachhaltige Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit im Arbeitskontext.

 

 

Was die Forschung zeigt

 

Auch Donaldson & Ko (2020) kommen in einer Meta-Analyse zu dem Schluss, dass Positive Leadership nicht nur das Wohlbefinden der Mitarbeitenden steigert, sondern auch die Leistungsfähigkeit ganzer Organisationen verbessert.

 

Oder einfacher gesagt:
Was Menschen stärkt, stärkt auch Ergebnisse.

 

 

Zwischen Ideal und Alltag

 

In der Praxis wird Positive Leadership oft missverstanden.
Manche sehen darin einen Feelgood-Ansatz, der Konflikte ausblendet. Doch das Gegenteil ist der Fall.

 

Positive Leadership heißt nicht, Probleme zu ignorieren – sondern sie in einem Klima anzugehen, das Lernen und Entwicklung ermöglicht.
Es bedeutet, Feedback so zu gestalten, dass Menschen wachsen können, statt in Abwehr zu gehen.
Es heißt auch, die Verantwortung zu behalten: eine klare Haltung, aber keinen Zynismus.

 

Ich erlebe in Trainings immer wieder, wie dieser Perspektivwechsel Energie freisetzt.
Wenn Führungskräfte den Mut haben, das, was gelingt, genauso ernst zu nehmen wie das, was schiefläuft, verändert sich Dynamik.
Teams werden offener, Diskussionen konstruktiver, Ergebnisse besser.

 

 

Ein Perspektivwechsel, der wirkt

 

Positive Leadership beginnt also nicht mit einem Konzept, sondern mit einer Entscheidung:
Wo schaue ich hin – auf Mangel oder auf Potenzial?

Und genau das lässt sich trainieren: durch Fragen, Reflexion, Feedback und bewusste Sprache.

Vielleicht ist das der größte Unterschied:
Positive Leadership ist keine Methode, sondern eine Haltung.

Eine, die fordert – aber auch nährt.

 

 

Frage an dich:
Wie gelingt es dir, Stärken und Sinn in deinem Führungsalltag sichtbar zu machen – gerade dann, wenn der Druck hoch ist?

 

Wenn ihr das Thema für die langfristige Effektivität eurer Mitarbeitenden angehen wollt, biete ich hierzu einen interaktive Workshops an. Meldet euch gern.

 

 

Weiterführende Folgen und Artikel:

 

  1. 5 Tipps der Wertschätzung für Führungskräfte
    1. Erstgespräch 20min kostenlos vereinbaren

 

Wenn dir diese Übungen und Tipps gefallen, folge mir gerne auf meinen Social Media Kanälen auf Instagram @piabaur.coaching und Linkedin für mehr Input und ich freue mich natürlich sehr über eine 5-Sterne Bewertung und Follow auf itunes und Spotify.

Hat dir der Artikel gefallen? Teile ihn hier: